Automarder

Wenn das Auto von kleinen Zähnen, bzw. Mardern befallen wird
Warum Marder an Autokabeln knabbern und wie man sie wieder loswerden kann

Marder haben sich längst in Menschennähe niedergelassen. Früchte, kleine Tiere wie Mäuse und kleine Vögel, Würmer, Eier gehören zum Speisplan der bis zu 30 cm langen und bis zu 2 kg schweren Tiere – alles das finden sie auch dort, wo der Mensch lebt. Die nachtaktiven Tiere lieben dunkle, trockene und warme Räume und ziehen sich tagsüber zum schlafen gern auf Dachböden zurück. Gern halten sie sich auch im Motorraum des Autos auf, besonders wenn dieser noch warm ist, weil der Motor erst vor kurzer Zeit ausgemacht wurde.

Marder

Marder sind neugierige und verspielte Tiere, die Gummi nicht ausgesprochen gern mögen, aber dennoch häufig Autokabel anfressen und damit Schäden verursachen, die eine Gefahr für den Menschen darstellen und teuer werden können. Sie tun dies aufgrund ihrer Neugierde, aber auch um ihr Revier zu markieren und Aggressionen auszuleben. Insbesondere wenn das Auto nach einem Rivalen riecht, tun sie alles, um den Geruch des Rivalen gegen die eigene Duftmarke zu tauschen, zerbeißen und zerkratzen alles, was ihnen in die Quere kommt – sie drehen schier durch.

Marderbiss

Die Folgen eines Marderbisses sind nicht unerheblich: angenagte Dämmmatten, durchgebissene Zündkabel und Gummidichtungen und tropfende Kühlschläuche sind keine Seltenheit. Zu den Folgeschäden können defekte Katalysatoren gehören, die durch Zündaussetzer verursacht werden, undichte Kühlmittelschläuche können zu Motorschäden (Überhitzung) führen.

Wer kommt für den Schaden auf?
Die Regulierung eines Schadens durch Marderbiss kann von den Versicherern unterschiedlich gehandhabt werden, da die Vertragsbedingungen frei gestaltbar sind. Einige Versicherer bieten einen extra Versicherungsschutz an, bei anderen Gesellschaften wird der Schaden über die Teilkasko-Versicherung reguliert. Ist die Teilskasko mit einer Selbstbeteiligung abgeschlossen, trägt der Autobesitzer den Schaden nicht selten allein, da diese im Schadenfall verrechnet wird.

Was hilft dauerhaft gegen einen Marderanfall?
Zunächst einmal ist es wichtig zu wissen, dass diese Tiere unter den Artenschutz fallen und aus diesem Grund nicht verletzt oder gar getötet werden dürfen.

Weder Hausmittel wie Klosteine oder Mottenkugeln unter der Motorhaube oder Säckchen mit Hunde- oder Katzenhaaren, noch schweres Geschütz wie Ultraschall oder Drahtgeflechte sind dauerhaft geeignet, den Marder fernzuhalten. Zwar fürchtet sich der Marder zunächst vor Gegenständen, die fremd und womöglich größer sind als er, er lernt jedoch auch recht schnell. Einmal erkannt, dass ein Gegenstand harmlos ist, hält dieser ihn nicht mehr ab.

Erfahrungsberichten zufolge haben Stromschläge eine Wirkung, welche die Marder dauerhaft vertreibt. Im Fachhandel gibt es Bausätze, wie etwa stromführende Metallplatten, die unter das Auto geschraubt werden oder Konstruktionen, ähnlich derer von Weidezäunen. Darüber hinaus gibt es Ultraschallanlagen (Marderschreck), die den Marder vertreiben sollen. Unregelmäßige Intervalle sollen eine Gewöhnung des Tieres verhindern und damit noch wirksamer sein. Diese werden in den Motorraum eingebaut. Zur Wirkungsweise gibt es widersprüchliche Berichte – ein Versuch kann nicht schaden. Die Pfeiftöne sind für den Menschen nicht hörbar.

Weiterhin gibt es Anti-Marder-Sprays und Marder-Abwehr-Pasten. Auch hier ist die Wirkung umstritten, da sich die Tiere an die Gerüche gewöhnen und nicht zwingend solche Gerüche als unangenehm empfinden, die Menschen nicht mögen.

Die Abwehr-Erfolgschancen sollen dann steigen, wenn alle Duftmarken am Auto entfernt werden, also das Auto einer gründlichen Vollwäsche unterzogen wird. Zudem sollte der Standort des Autos gewechselt werden.

Das wirksamste Anti-Marder-Rezept scheint das zu sein: Das Auto in einer abgeschlossen Garage abstellen, zu welcher der Marder keinen Zugang hat und den Boden unter dem Motor mit einem Maschendraht auslegen.




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